Hilfe für Nachhilfe gesucht

Kehler Zeitung

Der Club Soroptimist hat im Herbst vergangenen Jahres das Nachhilfe-Programm „Lücken schließen“ initiiert. Um noch mehr Familien unterstützen zu können, bittet der Verein um Spenden.

Kehl. Home-Schooling, Wechselunterricht, fehlende digitale Ausrüstung, mangelnde Unterstützung zuhause: Die CoronaPandemie hat das Schulleben noch immer fest im Griff – und vielen Kinder fällt es schwer, den Unterrichtsstoff alleine aufzuarbeiten. Im Herbst vergangenen Jahres entschlossen sich daher die Frauen des Clubs Soroptimist International Offenburg-Ortenau, bedürftigen Kindern Nachhilfeunterricht zu ermöglichen.

Über Flyer, die sie am Einstein-Gymnasium und an der Hochschule auslegten, wurden schnell sieben Schülerinnen und Studenten gefunden, die bereit waren, Nachhilfe zu geben – so wie Claudia Sanz, die die zwölfte Klasse am Einstein besucht. Anfangs hatte sie nur eine Schülerin, jetzt sitzt sie vier Stunden pro Woche im Gemeindehaus von St. Johannes Nepomuk und paukt vor allem Englisch und Deutsch mit ihren Eleven.

Die Sechstklässlerin Alma Al Masoud, die vor fünf Jahren aus Syrien kam und jetzt die Tulla-Realschule besucht, ist dankbar für das Angebot: „Das bringt mir viel“, sagt sie. Auch Claudia Sanz, die nach dem Abi auf Lehramt studieren will, ist begeistert: „Das macht unglaublich Spaß!“ Vermittelt wurden die Nachhilfeschüler überwiegend von der Psychologischen Beratungsstelle oder über das Mütter- und Familienzentrum. 13 Kinder aus aller Herren Länder im Alter von sechs bis 14 Jahren werden derzeit im Rahmen des Programms unterstützt.

Der Bedarf ist aber viel größer: „Wir würden das Projekt gerne ausweiten“, sagt die Programmdirektorin der Soroptimistinnen, Françoise Lenôtre. Das allerdings übersteigt die finanziellen Mittel der Frauen, weshalb der Förderverein des Clubs um Spenden bittet. Die jungen Nachhilfelehrer, die den Unterricht noch neben Schule und Studium stemmen, erhalten für ihren Einsatz eine Aufwandsentschädigung von zehn Euro pro Stunde. Die Räume im derzeit verwaisten Gemeindehaus St. Nepomuk dürfen kostenfrei genutzt werden, wofür die Soroptimistinnen der Kirche großen Dank aussprechen.

"Ich bin so froh"

Dort geht es recht international zu: Inzwischen hat der aus Indien stammende Student Purusharth Tiwari, der derzeit im Rahmen seines Studiums an der Uni Freiburg in Straßburg ein Praktikum absolviert und im Wohnheim der Hochschule Kehl wohnt, am Tisch Platz genommen. Mit seiner Schülerin Victoria Agwaze paukt er Englisch und Mathe – auf Englisch. „Das fällt uns beiden leichter“, erklärt er. Victorias Mutter kam mit ihren Kindern vor sieben Jahren aus Kenia nach Deutschland und arbeitet als Pflegekraft im Schichtdienst. „Ich bin so froh, dass es so etwas gibt“, sagt Mwaura Agwaze. „Ich habe nicht die Möglichkeit, ihr zu helfen, und eine professionelle Nachhilfe kann ich mir nicht leisten.“ Gerne würde sie den kostenfreien Nachhilfe-Unterricht auch ihren älteren Töchtern angedeihen lassen.

Das Projekt „Lücken schließen“ ist Teil des Programms „Ich zeig dir was“ der Ortenauer Soroptimistinnen. Soroptimist International (SI) ist die weltweit größte Service-Organisation berufstätiger Frauen und ist in 132 Ländern mit über 3000 Clubs aktiv. Die Frauen engagieren sich im Ehrenamt für Menschenrechte, Frieden und Völkerverständigung, Vielfalt und Freundschaft. Die Ortenauer Sektion des Clubs hat 19 Mitglieder und wurde 1976 gegründet.

Spende erbeten

Um noch mehr bedürftigen Kindern helfen zu können, ihre durch den Schul-Lockdown entstandenen Lernrückstände aufzuholen, bittet der Förderverein um Spenden. Auf Wunsch wird eine Spendenbescheinigung ausgestellt. Bankverbindung: Förderverein Soroptimist International Offenburg-Ortenau e.V., IBAN: DE91 6645 0050 0004 8916 87, BIC: SOLADES10FG, Verwendungszweck: Programm „Lücken schließen“. 

 

Autor(in): Nina Saam

Ein wichtiger Beitrag zur Chancengleichheit

Badische Zeitung

Kehl (nsa). Der Club Soroptimist hat in Kehl Unterwäsche für afrikanische Frauen und Mädchen gesammelt. Die Spendenbereitschaft war groß: Rund 60 Kilo sind so zusammengekommen. Am Montag trafen sich Elisabeth Reiher, die Vizepräsidentin des Clubs Soroptimist Offenburg-Ortenau, Programmdirektorin Françoise Lenotre und Ann-Margret Amui-Vedel, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit, um auf der Poststelle in Kork mehrere große Pakete nach Großbritannien zu schicken. Die Frauen-Serviceorganisation hatte in den letzten Wochen Unterwäsche für die britische Organisation „Smalls for All“ gesammelt, um damit einen Beitrag zur Chancengleichheit zu leisten. Die gesammelten Slips und BHs gehen an afrikanische Frauen und Mädchen, die oft keine oder nur sehr wenig Unterwäsche besitzen. Viele von ihnen gehen aus Scham an den Tagen ihrer Periode nicht zur Schule und verpassen so den Unterricht. Die Kehler Soroptimistinnen waren überwältigt von dem Zuspruch, den ihre Aktion erhalten hat. „Allein die Firma Mey aus Albstadt hat uns 20 Kilo Unterwäsche geschickt“, berichtet Lenotre. Auch das Offenburger Wäschegeschäft Schönle hat größere Mengen gespendet. Daneben hätten sehr viele Privatpersonen an den Sammelstellen etwas abgegeben. Insgesamt sind so 60 Kilo Wäsche zusammengekommen, die nun an „Smalls for All“ und von dort weiter an Krankenhäuser, Waisenhäuser und andere Stellen in Afrika gehen, die wissen, wo die Wäsche am dringendsten benötigt wird. Die Aktion soll fortgeführt werden.

Autor(in): Nina Saam

Unterwäsche für Afrika

Badische Zeitung

Der Club Soroptimist Offenburg-Ortenau sammelt noch bis zum 11. Oktober, dem Internationalen Mädchentag, Unterwäsche für bedürftige Frauen und Mädchen in Afrika.

Françoise Lenôtre ist Programmdirektorin bei den Soroptimistinnen Offenburg-Ortenau. Die gebürtige Französin und ehemalige Deutschlehrerin wohnt seit 2009 in Goldscheuer.

„Die Soroptimistinnen waren ein Weg für mich, hier in Deutschland Wurzeln zu schlagen“, sagt sie. Die „Sorores“ (Schwestern) setzen sich weltweit für die Belange der Frau ein. Über 3000 Clubs gibt es – in 132 Ländern. 

Der Offenburger Gruppe gehören 19 Frauen an, sieben davon sind aus Kehl: „Wir werden immer mehr“, sagt Françoise Lenôtre.

Als Programmdirektorin initiiert und organisiert sie die Projekte der Gruppe, die allerdings durch die Corona-Pandemie ausgebremst wurden. Aktuell läuft die dritte Phase des Projekts „Ich zeig dir was“ an, ein Nachhilfeprojekt in Zusammenarbeit mit der psychologischen Beratungsstelle des Ortenaukreises für Kehler Schulkinder, die während des Corona-Lockdowns und in der nachfolgenden Homeschooling-Phase zu viel Unterrichtsstoff verpasst haben (wir berichteten). „Eigentlich wollten wir ein Theaterstück zum Thema Vorurteile machen, das geht jetzt aber leider nicht“, so Françoise Lenôtre.

In der ersten Phase des „Ich zeig dir was“-Projekts haben die Soroptimistinnen in Zusammenarbeit mit der Jugendkunstschule Offenburg acht junge Migrantinnen, die kurz vor ihrem Schulabschluss standen, gecoacht, damit sie über das individuelle Gestalten Wege zu ihrer persönlichen Integration in die Gesellschaft finden.

In der zweiten Phase wurde mit Offenburger Schülerinnen ein Film gedreht, der sich mit ihren Lebens- und Berufswünschen auseinandersetzt.

Hilfe für Frauen aus Afrika verspricht das Projekt „Smalls for all“: Die Soroptimistinnen sammeln Slips und BHs für Frauen und Kinder aus Afrika.

„Viele Frauen dort haben keine oder sehr wenig Unterwäsche“, sagt Françoise Lenôtre. „Wenn sie ihre Periode haben, gehen sie aus Scham tagelang nicht zur Schule und verpassen den Unterricht.“

Der schottische Verein desselben Namens, der hinter der Aktion steht, verteilt die gespendete Unterwäsche an Flüchtlingscamps, Waisenhäuser, Krankenhäuser und Schulen.

Die Soroptimistinnen haben bereits zwei große Pakete geschnürt, die bisherigen Spenden stammen hauptsächlich von einem süddeutschen Wäschehersteller und einem Wäschegeschäft, das jede Menge Bikinis aussortiert hat.  Aber auch Privatleute sind aufgerufen, sich zu beteiligen.

Die Pakete sollen am 11. Oktober, dem Internationalen Mädchentag, in einer öffentlichkeitswirksamen Aktion zu einer Postfiliale gebracht werden.

Smalls for all

Der Club Soroptimist Offenburg-Ortenau ruft dazu auf, Unterwäsche für Frauen und Kinder im Alter von 3-15 Jahren aus Afrika zu spenden. Die Slips müssen aus hygienischen Gründen neu sein, BHs dürfen gebraucht, sollten aber gut erhalten sein. Angenommen werden alle Größen und Farben, am meisten benötigt werden aber schwarze Slips in den Größen 36-40.

Die Wäschespenden können bis zum 9. Oktober abgegeben werden beim Ernährungszentrum Bauchgefühl in Goldscheuer, Römerstraße 76a, und in der Praxis Dr. Ines Becht, Hauptstraße 41 in Kehl. 

Weitere Infos bei Françoise Lenôtre, • 0 78 54/98 36 82 oder per Mail: flenotre[at]gmail.com

     

    Autor(in): Nina Saam

    Frauen-Club organisiert Corona-Nachhilfe für Kehler Schüler

    Badische Zeitung

    Die Frauen des Club Soroptimist Offenburg-Ortenau wollen Schülern unter die Arme greifen.

    In der Akutphase der Corona-Pandemie waren die Schulen von der kompletten Schließung über drei Monate betroffen. In dieser Zeit erfolgte der Unterricht praktisch ausschließlich als Fernunterricht über digitale Medien. Zwar haben die Lehrer versucht, die Familien, die nicht über die notwendige digitale Ausstattung verfügen, den Kindern die Lernmaterialien auf anderen Wegen zukommen zu lassen, aber auch so konnten bei Weitem nicht alle Kinder den geforderten Lernstoff der Klassenstufen bearbeiten. Zudem konnten viele Familien aus unterschiedlichen Gründen ihren Kindern die notwendige Unterstützung nicht geben. Genau hier wollen die Soroptimistinnen vom Club Offenburg-Ortenau ansetzen. „Die Lernbrücken, die in den letzten zwei Ferienwochen liefen, reichen bei Weitem nicht aus“, gibt Francoise Lenotre, die in Goldscheuer lebende Programmdirektorin des Clubs, zu bedenken.

    Angedacht ist, dass Schüler der 10. Klasse der Tulla-Realschule, der Oberstufe des Einstein-Gymnasiums oder Studenten der Fachhochschule Kehl unterstützungsbedürftigen Kindern der Grundschulen Kehls und Umgebung sowie den Unterstufen der „Tulla“ und des „Einstein“ helfen, den verpassten Unterrichtsstoff nachzuholen. Geplant ist eine Doppelstunde (90 Minuten) pro Woche, in der Lerninhalte behandelt werden, aber bei Bedarf auch Zeit für Lesen und pädagogische Spiele zur Verfügung stehen soll. Die jungen Nachhilfelehrer bekommen dafür eine Aufwandsentschädigung, die der Club Soroptimist übernimmt.

    „Wir werden die jeweiligen Schulen ansprechen und unser Projekt dort vorstellen“, so Francoise Lenotre. „Die Lehrer und Lehrerinnen wissen am besten, welche Schüler Unterstützung brauchen und wer geeignet ist, Nachhilfe zu geben.“ Die Auswahl der Lernhelfer und das „Verkuppeln“ mit den jeweiligen Nachhilfeschülern wird aus Datenschutzgründen durch die Mitarbeiter der psychologischen Beratungsstelle des Ortenaukreises in Kehl erfolgen. Sie werden auch allen Beteiligten während des Projektes bei Fragen und Problemen zur Verfügung stehen. Auch an eine Supervisionsgruppe ist gedacht. Das Projekt soll ab sofort bis einschließlich Dezember durchgeführt werden, bei Bedarf wird es verlängert. Die Finanzierung erfolgt durch den Club Soroptimist Offenburg-Ortenau. An der Teilnahme als Betreuer interessierte Schüler und Studenten können sich bei der psychologischen Beratungsstelle des Ortenaukreises in Kehl unter  Tel. 0 78 51/89 97 40 oder Mail pb.kehl[at]ortenaukreis.de melden.

    • Soroptimist International (SI) ist die weltweit größte Service-Organisation berufstätiger Frauen und ist in 132 Ländern mit rund 80 000 Mitgliedern in über 3000 Clubs vertreten. Die Frauen engagieren sich im Ehrenamt für Menschenrechte, Frieden und Völkerverständigung, Vielfalt und Freundschaft. Die Ortenauer Sektion des Clubs hat 19 Mitglieder und wurde 1976 gegründet. 

    Autor(in): Nina Saam

     


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