Soroptimistinnen kochen für Flüchtlingsfrauen

Offenburger Tageblatt

Ihr Weihnachtsessen haben die Soroptimistinnen des Clubs Offenburg-Ortenau auf besondere Weise gestaltet: Sie luden Flüchtlingsfrauen zum Essen ein. Ihnen stellten sie die deutsche Küche vor, vor allem im Hinblick auf Weihnachten. Hintergrund war ein spezielles Projekt.

Festlich eingedeckt war im evangelischen Gemeindezentrum in Offenburg, und auch vom Büfett lockten schon die tollsten Dinge. Kartoffelsalat, Feldsalat, Eierspeisen, Fleisch und Frikadellen. Typische Gerichte, die Deutsche an Heiligabend auftischen. Damit wollten die Soroptimistinnen Flüchtlingsfrauen einen Einblick in die deutsche Festkultur geben. Die Idee der gemeinsamen Weihnachtsfeier entspringe dem Projekt »Kochen über den Tellerrand«, wie Stephanie Kovacs berichtete.

Dekanin Jutta Wellhöner hatte den Club angesprochen, ob er das Projekt der evangelischen Erwachsenenbildung in Offenburg unterstützen möchte. Die Soroptimistinnen waren bereit, die Kosten für die Lebensmittel zu tragen und einige Mitglieder nahmen auch an den Treffen teil.

Die Rollen getauscht

»Bislang präsentierten die Frauen die Küche ihrer Länder für uns«, sagte Christel Steurer, Präsidentin der Ortenauer Soroptimistinnen. Abwechselnd standen die Flüchtlingsfrauen in der Küche – die anderen Teilnehmer stellten das Küchenteam. Unter Anleitung der Expertinnen wurden dann die unterschiedlichsten Gerichte gezaubert. Afrikanisch gab es schon, auch aus dem Iran konnte man schon Speisen kosten, und auch die Teilnehmerinnen aus Afghanistan und Syrien kochten mit Gruppe.

»Stolz und glücklich« haben die Neuankömmlinge Traditionelles aus ihrer Heimat präsentiert, zeigte sich die Präsidentin erfreut. Und Stephanie Kovacs erinnerte sich an leckere Blätterteigtaschen, Lamm, Kichererbsen und »einen unglaublich scharfen Salat«.

Anfangs seien die Frauen sehr schüchtern gewesen, berichtete Kovacs. Inzwischen seien richtige Freundschaften entstanden, und auch mit der Verständigung läuft es inzwischen recht gut. Es wird jetzt auch über Privateres gesprochen, und die Soroptimistinnen freuen sich, wenn sie den Frauen Tipps oder Hinweise geben können.

Zehn bis 15 kommen zu den Treffen, manche bringen auch ihre Kinder mit, eine davon ist  die 13-jährige Chiana aus dem Iran. Sie lebt seit zweieinhalb Jahren in Deutschland, inzwischen besucht sie die siebte Klasse des Kloster-Gymnasiums. »Das Essen aus den anderen Ländern war auch neu für mich«, berichtete sie. Und natürlich war sie auch gespannt auf die deutsche Küche, obwohl sie einiges bereits kennt: »Wir haben in der Schule in der Aula eine Mensa, da habe ich schon einiges gegessen.«

Autor(in): Bettina Kühne

Soroptimistinnen Offenburg-Ortenau haben gemeinsam mit Flüchtlingsfrauen eine Weihnachtsfeier gestaltet

Badische Zeitung

Einander kennenlernen beim gemeinsamen Kochen und Essen, sich austauschen, neue Erfahrungen machen und Freunde finden, ist die Idee, die hinter dem Projekt „Kochen über den Tellerrand“ steht, das der Club der Soroptimistinnen Offenburg-Ortenau mit derzeit etwa 20 Mitgliedern zusammen mit der Evangelische Erwachsenenbildung anbietet.

Dazu treffen sie sich regelmäßig mit Flüchtlingsfrauen im evangelischen Gemeindezentrum in der Poststraße, um zusammen zu braten, zu backen, zu kochen und zu schlemmen, meist Spezialitäten aus den jeweiligen Herkunftsländern der Frauen. Die Kosten für die Lebensmittel spenden die Clubfrauen, die Zubereitung der leckeren fremdartigen Gerichte übernehmen die Frauen aus Syrien, Nigeria, Afghanistan und anderen Ländern. Als Dankeschön für die vielfältigen interkulturellen Genussabende haben die Soroptimistinnen die Flüchtlingsfrauen mit ihren Kindern zur diesjährigen Weihnachtsfeier eingeladen und ein typisch deutsches Buffet serviert.

 

Kartoffelsalat und Fleischküchle als Delikatessen

Bei Kürbis- und Meerrettichsuppe, Kartoffelsalat und Rindfleischbällchen entstand schnell eine entspannte Atmosphäre, die sich beim Nachtisch mit Bratäpfeln, Weihnachtsplätzchen und Weihnachtsliedern fortsetzte und vertiefte. "Wir wollen die Frauen ermuntern, raus zu gehen, sich mit anderen zu treffen, sich etwas zuzutrauen und vielleicht von sich zu erzählen", erläuterte Marion Herrmann-Malecha, Schriftführerin des Clubs, der bereits seit knapp 40 Jahren in der Region besteht.

Die Soroptimistinnen sind eine Organisation berufstätiger Frauen, die sich weltweit einsetzt für die Rechte und Verbesserung der Lebensbedingungen von Frauen und Mädchen. Sie engagiert sich unter anderem für Bildung, wirtschaftliche Unabhängigkeit, Beseitigung von Gewalt und sicheren Zugang zu Nahrung und medizinischer Versorgung. Allein in Deutschland gibt es 210 Clubs mit mehr als 6300 Mitgliedern. "Wir in der Ortenau haben schon viele soziale Projekte durchgeführt", so Herrmann-Malecha, "unter anderem das Projekt Kinder, Kunst, Perspektiven, bei dem wir Kunstunterricht für Kinder an der Kunstschule Offenburg finanzieren". Bei allen Soroptimistinnenclubs in Deutschland stehe aktuell die Flüchtlingsarbeit im Vordergrund.

"Wir selber gehen nicht in die Flüchtlingsheime", erklärt Stephanie Kovacs, Integrationsbeauftragte des Clubs, die Kontakte liefen über Pfarrerin Claudia Roloff. Anfangs seien die Frauen eingeschüchtert und etwas verschlossen gewesen, wenn es darum ging, von ihren Erlebnissen zu berichten. Hauptsächlich seien es die Kinder, die erzählten, wie sie hergekommen sind. Teilweise hätten die Familien traumatische Erfahrungen gemacht, einige seien im Lastwagen gekommen. "Wir wissen von einem Familienvater, der wieder zurückgegangen ist, um gegen die IS zu kämpfen", berichtet Kovacs, das sei für die Familie sehr schwer zu ertragen, weil er täglich mit dem Tod konfrontiert sein. Positiv sei, dass sich die Kinder überall hier gut einleben und zur Schule gehen würden, auch gute Noten bekämen, sich hier wohl fühlten und auch viel dazu beitragen könnten, dass die Eltern die deutsche Sprache lernen. "Bei unseren Frauen klappt es ganz gut, da merkt man die Fortschritte", freut sich die Integrationsbeauftragte. "Sie sind nicht mehr so verunsichert und gehen mehr aus sich heraus."

Autor(in): Barbara Puppe

Aktion des Frauennetzwerks gegen Gewalt an Frauen

Offenburger Tageblatt

 Das Frauennetzwerk ließ Fahnen als Zeichen gegen Gewalt an Frauen hissen. © Ulrich Marx

»Nein zu Gewalt an Frauen, frei leben ohne Gewalt« – unter dieser Forderung zeigten am Samstag die Vertreterinnen des Offenburger Frauennetzwerks und Regina Geppert, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, Flagge. Wortwörtlich, denn vor dem Historischen Rathaus wurden drei Fahnen gehisst, während der Marktzeit standen die Sprecherinnen des Frauennetzwerkes Rede und Antwort.

Über alltägliche Gewalt an Frauen und Mädchen, über die hohe Zahl der Fälle und über das Schweigen, das immer noch in der Gesellschaft herrscht. Nein, es ist keine Privatsache, es ist ein Delikt, wenn Frauen Gewalt erleben. Sie hat viele Formen, wie körperliche und seelische Verletzung, sexuelle Belästigung, Bedrohung, Mobbing bis hin zum Cybermobbing. Alter, Bildungsgrad, sozialer Status, Lebensort spielen keine Rolle, Gewalt zieht sich durch alle Schichten, machten die Frauen deutlich.

»Mach es wie die drei Affe, nix höre, nix sehe, nix sage« – soll man so reagieren, wenn die Nachbarin, Kollegin oder Freundin offensichtlich von Gewalt bedroht ist? Betroffen blickten viele Passanten auf das Pflaster am Fischmarkt. Dort lag eine Dialektzeitung, die solche Aussagen zum Verhalten bei häuslicher Gewalt skizzierte. Als unter Trommelwirbel die drei Fahnen gehisst wurden, nahmen die Teilnehmerinnen ihre Augenbinden ab, die das Wegschauen symbolisieren sollten. »Weltweit erleiden etwa 35 Prozent aller Frauen Prügel, Vergewaltigungen, sexuelle Nötigungen oder andere Übergriffe, wie aus einer Studie der Weltgesundheitsorganisation hervorgeht«, informierte Regina Geppert. Pfarrerin Claudia Roloff schilderte die Schutzbedürftigkeit von Frauen auf der Flucht.

Schwerpunkt der Fahnen-aktion war in diesem Jahr das Thema »Stopp zu Frühehen«. Gefordert werden Präventionsmaßnahmen in Schulen und verbesserte Bildungsangebote für Mädchen. »Wir sind gegen jegliche Form der Gewalt an Frauen und Mädchen. Wir alle sollen uns einmischen und so gesellschaftliche Verantwortung übernehmen«, so die Forderung des deutschlandweit stattgefundenen Tages.

Hilfe, Aufklärung, Information gibt es bei ganz unterschiedlichen Stellen und Einrichtungen, für Frauen, ihre Familien und für Männer. Dafür stehen seit vielen Jahren in Offenburg und der Ortenau unter anderem: Amnesty international, AK Frauen in Not, ASF Ortenau, Aufschrei Ortenau, Frauen helfen Frauen, In via-Treff, Stadt Offenburg, Club Soroptimist, St.-Ursula-Heim und verdi. Die Broschüre »Nein zu Gewalt« liegt im Bürgerbüro aus.

Autor(in): Ursula Gross

Neue Ausstellung "Engel zwischen Himmel und Erde"

Offenburger Tageblatt

Mal klassisch, mal kitschig, mal hip: Die abwechslungsreiche Ausstellung »Engel zwischen Himmel und Erde« wird passend zum bevorstehenden Advent am morgigen Freitag mit einer Vernissage im Ritterhausmuseum eröffnet. Sie ist bis zum 28. Februar 2016 zu sehen.

Einfach himmlisch wird es, wenn ab dem morgigen Freitag rund 500 Engel das Ritterhausmuseum bevölkern. »Engel zwischen Himmel und Erde« heißt die neue Ausstellung in der ersten Etage des Museums. Dort haben die geflügelten Himmelsboten den richtigen Rahmen in Schaukästen, Krippen oder auf Stellwänden gefunden, immer hübsch und informativ zum geschichtlichen Hintergrund ihrer Entstehung angeordnet.

Eigentlich sei das eine »gelungene Zwischenlösung«, sagte Museumsleiter Wolfgang Gall gestern bei der Präsentation der neuen Ausstellung. Denn im Zug der internen Umgestaltung der Räume bot sich eine jahreszeitliche Ausstellung wie diese geradezu an. Es sei allerdings auch eine Herzensangelegenheit gewesen, passend zur Advents- und Weihnachtszeit die Besucher mit dieser Engelsparade zu verwöhnen, gestanden Museumskuratorin Anne Junk und Museumspädagogin Nadine Rau.

Zusammen mit Simon Möschle, der hier sein freiwilliges Jahr ableistet, haben sie eine Fülle von Engeln, Putten, Votivtafeln, Papierengeln vom Barock bis in die Neuzeit  arrangiert. Sie konnten aus Leihgaben schöpfen, zumeist aus denen der regionalen Sammler.

Ein Meisterstück

Dass sich nun darunter ein Engelbild des Meisters Cosmas Damian Asam befindet – es wird ihm laut Anne Junk jedenfalls zugeschrieben –, das ist schon spektakulär. Aber auch dem lieben Kitsch wird Raum gegeben. So finden sich vom Rauschgoldengel bis zu den esoterischen Engelmotiven allerlei Preziosen. Und noch eine augenfällige Überraschung bietet die Ausstellung: Neben einem hippen Stefan-Strumbel-Werk bilden romantische Ölschinken im sogenannten Nazarener-Stil den Kontrast. In allen Jahrhunderten luden »Gottes gefiederte Assistenten« wohl zum Träumen, Hoffen und Sinnen ein. Sogar die Soldaten des Ersten Weltkriegs wurden mit Engelspostkarten beglückt. Diese Art der Engelsdarstellung der Wilhelminischen Ära ist bis heute im Gedächtnis vieler Menschen geblieben.

Wie arglos man sich einst den Schutz der Engel gewünscht hat, das zeigen die Schutzengel-Bilder. Wenn zwei kleine Kinder den reißenden Wildbach über eine morsche Holzbrücke überqueren, dann musste der pastellige Schutzengel ihnen Geleit geben. Ganz liebevoll sind zudem Glasmalereien oder Kunstkrippen zusammengestellt worden. Diese Ausstellung ist nun mal nicht alltäglich, man muss sich darauf einlassen, sie in jedem Fall aber würdigen. Ein Rahmenprogramm wird es dazu geben mit Extra-Führungen oder speziellen  Kursen für Kinder. Zwei Broschüren für eine Vertiefung ins Thema sind im Museum ausgelegt.

Morgen, Freitag, findet um 19 Uhr die Vernissage statt. Hier werden ganz echte Engel ein, so versprachen die Veranstalter, wunderbares Buffet anbieten. Die Damen des Internationalen Clubs Soroptimist legen es auf und erwarten eine kleine Spende, die über den Club einem karitativen Zweck zukommen wird. Sphärische Klänge dürfen wohl von Harfenistin Lena Schneider erwartet werden.

HINWEIS: Die Ausstellung »Engel zwischen Himmel und Erde« ist von Samstag, 14. November, bis zum 28. Februar 2016 im Museum im Ritterhaus, Ritterstraße 10, in Offenburg zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr, Montag geschlossen.

Autor(in): Ursula Groß

 

Im Ritterhaus schweben die Engel ein

Badische Zeitung

Von neapolitanischen Himmelsboten des 18. Jahrhunderts bis zu Putten von Stefan Strumbel.

OFFENBURG. Wie verändern sich Engel im Laufe der Zeit? Wie sehen sie aus, und was sagen sie aus? Diese Fragen versuchen Anne Junk und Nadine Rau in der Ausstellung "Engel – Zwischen Himmel und Erde" zu beantworten. Am Freitag um 19 Uhr wird die Ausstellung mit einer Vernissage im Ritterhausmuseum eröffnet und dort bis zum 28. Februar zu sehen sein. Den Schwerpunkt hat Kuratorin Anne Junk auf die Zeit des Barock und des 19. Jahrhunderts gelegt.

Das Museum im Ritterhaus befinde sich momentan im Umbau, deshalb sei der Ausstellungsraum für die Engel recht schwierig zu befüllen gewesen, so Junk beim Presserundgang am Mittwoch. Den Wänden entlang ist die Ausstellung im ersten Stockwerk aufgebaut. Am Anfang steht eine grundsätzliche Frage: Wie sehen Engel aus? In unterschiedlichsten Größen, Formen und Farben sind ganz verschiedene Engel in einer Vitrine aufgereiht. "Wir haben uns vor unserer Arbeit für diese Ausstellung auch nicht so gut mit Engeln ausgekannt", sagt Junk. Was es Wissenswertes gibt und wie unterschiedlich Engel und ihre Funktionen sind, soll Ausstellungsbesuchern klar werden.

Vor allem barocke Kirchen sind voll von ihnen, sie prägen die Volkskunst, in der Weihnachtszeit werden sie auch zu Werbezwecken eingesetzt, sie sollen die Menschheit als Schutzengel vor Bösem bewahren und dürfen an keiner Weihnachtskrippe fehlen. An all diesen Beispielen, die auch in der Ausstellung aufgegriffen werden, wird deutlich, dass Engel den Menschen seit jeher beschäftigen. Wie sich ihre Rolle dabei verändert, zeigen Leihgaben von zwölf Leihgebern und Werke aus dem eigenen Bestand des Ritterhausmuseums.

Besonders fasziniert ist Museumsmitarbeiterin Nadine Rau von den Erzengeln. Unter Engeln gibt es eine Hierarchie, aber die Experten streiten über die genaue Reihenfolge. Sicher sei nur, dass die Erzengel hierarchisch ziemlich weit unten stehen. Trotzdem steht fest, dass sie eine wichtige Rolle für viele Menschen gespielt haben und noch immer spielen. Die Ausstellung konzentriert sich auf die Erzengel Michael und Gabriel. Weihnachtskrippen spielen ebenfalls eine große Rolle. Gleich mehrere von ihnen werden teilweise oder vollständig gezeigt. Mit der Hencoschen Krippe aus dem Besitz des Museums haben die Aussteller die drei Szenen der Weihnachtsgeschichte, in denen Engel vorkommen, auf sehr schlichte Art und Weise ausgestellt.

Viel Arbeit in der Vorbereitung hätten außerdem die neapolitanischen Engel aus der Mitte des 18. Jahrhundert gemacht, die nicht aufgestellt sind, sondern an durchsichtigen Fäden schweben. "Es hat mehrere Stunden gedauert bis die Engel aufgehängt waren", sagt Junk dazu. Das Besondere an diesen Engeln, die aus verschiedenen Sammlungen stammen, sind neben ihren aufwendigen Kleidern auch die kleinen Drähte, die in die Kleidung der rund 30 Zentimeter großen Figuren eingearbeitet sind. Würden sie richtig drapiert, sehe es beinahe so aus, als könnten sie fliegen.

Den Abschluss der Ausstellung bildet eine Vitrine voller Engel und Engel-Darstellungen, die von lokalen Künstlern stammen. Von Rudi Rothenberger und Günter Deuss über Karl Vollmer und Günter Keller bis hin zu Hermann Sprauer hat das Thema in der Vergangenheit bereits mehrere Künstler der Region beschäftigt. Auch eine mit Putten verzierte Kuckucksuhr von Stefan Strumbel wird gezeigt.

Bei der Vernissage am Freitagabend wird Anne Junk eine Einführung in die Ausstellung geben und Lena Schneider die Veranstaltung auf ihrer Harfe musikalisch umrahmen. Interessierte sind herzlich eingeladen. Für die Bewirtung sorgt der Soroptimist International Club Offenburg-Ortenau, für den im Gegenzug spenden kann, wer die Service-Organisation unterstützen möchte.

Autor(in): Judith Reinbold

 

 

Neugierige und kreative kleine Künstler

Badische Zeitung

Offenburger Soroptimistinnen fördern Projekt "Kinder-Kunst-Perspektiven" der Kunstschule.

OFFENBURG. Was für tolle Arbeiten entstehen können, wenn Kinder einen Draht zur Kunst entwickeln, zeigte sich neulich bei der Ausstellungseröffnung von "Kinder-Kunst-Perspektiven" in der Kunstschule Offenburg. Sechs Monate lang besuchten zehn Grundschüler die Kurse der Dozentinnen Almut von Koenen, Cornelia Koch-Schrimpf und Lucia Roser. Sie malten, gipsten und druckten – unterstützt von der Initiative Soroptimist International.

 

"Hier ist es aber dreckig!" Das war einer der ersten Sätze eines Kindes, als es zum ersten Mal die Kunstschule in der Weingartenstraße betrat. Sechs Monate später sind aus den zehn jungen Teilnehmern des Kunstprojekts "Kinder-Kunst-Perspektiven" kleine Künstler geworden, die sich längst an das kreative Ambiente gewöhnt haben. Ermöglicht und finanziell getragen wird das Projekt durch Soroptimist International, Club Offenburg-Ortenau.

 

Filigrane Figuren aus Gips, farbenfrohe Bilder, Vögel, die über abenteuerliche Landschaft fliegen: Bei der Ausstellungseröffnung präsentierten die Grundschüler stolz ihre Arbeiten, die im Zeitraum von Oktober bis März entstanden sind. "Es war total spannend, mit Ton und Gips zu arbeiten", sagt ein Schüler.

 

Jeweils fünf Kinder von zwei Schulen, der Konrad-Adenauer-Schule und der Astrid-Lindgren-Schule, sind von ihren Klassen- und Sozialarbeiterinnen für das Projekt im Vorfeld ausgewählt worden. "Es handelt sich um Kinder aus eher bildungsfernen Familien, bei denen es unwahrscheinlich war, dass sie einen Zugang zur Kunst erhalten", sagt Christine Philpott von den Soroptimistinnen. Seit fünf Jahren unterstützt der Ortenauer Ableger von Soroptimist International (SI) das Kunstschulprojekt finanziell. Rund 12 000 Euro sind seit Beginn gesponsort worden. "Auch dieses Mal waren wir wieder mit 2500 Euro beteiligt", sagt Barbara Bullwinkel, Präsidentin des SI-Clubs Offenburg-Ortenau. Neben den Kursgebühren übernahmen die Soroptimistinnen auch die Kosten für den Taxibus, der die zehn Kinder jeden Donnerstagnachmittag zur Kunstschule in die Oststadt brachte. Dass der Weg zur Kunst auch mit Mühe verbunden ist, mussten die Kinder erst lernen: "Es gab auch Hänger", sagt Almut von Koenen, Dozentin und Leiterin der Jugendkunstschule.

 

 

Doch am Ende siegte immer wieder die Neugierde der kleinen Künstlerinnen und Künstler. "Die Kinder sind sehr gerne zur Kunstschule gekommen und haben neben ihrer Kreativität auch Selbstvertrauen entwickelt", versicherte Almut von Koenen.

 

18 Frauen schneidern für Klio

Badische Zeitung

Das deutsch-französische Projekt "Elle passe" im Salmen.

OFFENBURG (BZ). Nach seiner Vorstellung am 8. März auf der "Passerelle" in Kehl – laut Veranstalterinnen sollen 200 Zuschauer da gewesen sein – ist es jetzt hinter Glas im Offenburger Salmen zu sehen: Das Kleid, la robe, das unter dem Projektnamen "elle passe" von französischen und deutschen Frauen geformt worden ist. Auf den ersten Blick ist handelt es sich um ein überdimensionales Kleidungsstück, das mit seinen üppig-wulstigen Formen an den Fundus einer mythischen Hippie-Urmutter denken lässt.

Das Kleid kann bis zum 4. Mai im verglasten Treppenhaus des Salmens von der Lange Straße aus betrachtet werden. In Berührung damit kommt, wer die Treppen im Haus auf dem Weg zu einer Veranstaltung nimmt. Aber aufgepasst: Das Gewand atmet Geschichte. Denn es ist aus 18 Kleidungsstücken gefertigt, die 18 Frauen aus Frankreich und Deutschland in dieses gemeinsame Projekt gesteckt haben. Es sind keineswegs Kleidungsstücke gewesen, die ohnehin für den Container bestimmt waren, nein, die verwendeten Kleider haben alle eine besondere Geschichte. Und deshalb ist die Dokumentation zum Projekt genauso interessant wie die mächtige Robe selbst.

Auf Initiative des Clubs Offenburg-Ortenau von Soroptimist International, eine Organisation, die sich "weltweite Stimme für Frauen" nennt, entwickelte die Kunstschule Offenburg das Projekt "elle passe", um sich mit dem Bild der Frau im 21. Jahrhundert auseinanderzusetzen. Kuratiert wurde die Ausstellung von Veronika Pögel und Marie Dréa, die vor dem Hintergrund der Geschichte von Marie-Antoinette, Gattin von Ludwig XVI., das Konzept entwickelten. Die österreichische Prinzessin wurde im Jahre 1770 auf ihrem Weg von Wien nach Versailles vor ihrem Grenzübertritt in Kehl ent- und nach französischem Geschmack wieder eingekleidet. Nichts mehr sollte an ihre Vergangenheit erinnern. Die beiden Dozentinnen der Kunstschule haben jeweils neun Elsässerinnen und Ortenauerinnen unterschiedlichen Alters zusammengebracht, um ganz bewusst an Vergangenes zu erinnern. Gleichzeitig haben die einzelnen Kleider bei der gemeinsamen Aktion – sie wurden gänzlich aufgetrennt – ihre Individualität verloren, zugunsten eines Denkmals, das nun im Salmen steht.

Die Dokumentation zeigt die ursprünglichen Kleidungsstücke sowie die zugehörigen Geschichten in Französisch und Deutsch. Bei der Vernissage am Dienstagabend haben einige Frauen ihre Geschichten erzählt. Dagmar etwa – die Frauen geben nur ihre Vornamen preis – die ihr gepunktetes Sommerkleid drangegeben hat. Es sei ihr eine schöne Erinnerung an die Sommer in Frankreich. Leicht und luftig sieht es aus, und es steht in Zusammenhang mit einem Rezept für Crêpes, das sie von ihrer Nenn-Mutter aus der Vendée habe. Der Teig müsse so lange im Kühlschrank ruhen, bis man vom Strand zurück komme.

Der Hermes-Schal hatte die junge Stylistin Helga aus Hannover in den 1960er Jahren einen Monatslohn gekostet. Er besteht zwar nur aus einem Stückchen Stoff, aber er trägt die Erinnerung an ihre Ausbildungsjahre und viele Freundschaften.

Andere Kleidungsstücke – es sind auch Hochzeitskleider dabei – erzählen von den Frauen, Müttern und Großmüttern, die sie einst trugen. Sie berichten von Flucht, Krieg, Liebe, persönlichen Entwicklungen und Ereignissen diesseits und jenseits des Rheins. Sie berichten von Mägden aus dem Schwarzwald und von Friederike Brion, der Geliebten Goethes, als wäre das Ganze ein Kleid für Klio, die Muse der Geschichtsschreibung.

Die schön gestaltete Dokumentation ist ein sehr lesenswertes Werk. Die Robe ist das äußere Zeichen, das die Ausstellungsmacher nach dem Salmen gerne im Europaparlament zeigen würden. Das Buch kann für 20 Euro in den Buchhandlungen Akzente und Roth sowie in der Kunstschule erworben werden.

Offenburg Ziel: Persönlichkeitsentwicklung unterstützen

Lahrer Zeitung

Ein halbes Jahr lang haben die Kinder aus den Offenburger Schulen jeden Donnerstag gemeinsam gearbeitet. Foto: Haberer, Lahrer Zeitung

Offenburg. Aufgelegt von der Kunstschule Offenburg und der Ortenauer Sektion der Organisation "Soroptimist International" soll das Projekt "Kinder-Kunst-Perspektive" die Persönlichkeitsbildung von Kindern im Grundschulalter fördern. Eine kleine Ausstellung in der Kunstschule zeigt nun die Ergebnisse der vierten Projektphase.

Natürlich geht es vor allem auch darum, miteinander Spaß zu haben, in kreativen Prozessen die eigenen Stärken und Schwächen zu erkunden. Während die einen aus Gips und Ton Tierfiguren und furchterregende Drachen modellieren, liegt anderen Teilnehmern eher der Umgang mit Pinsel und Zeichenstift, die Bearbeitung einfacher Druckstöcke, mit denen sie dann in die Welt des Kunstdrucks eintauchen.

Bereits zum vierten Mal haben Kinder, die normalerweise nie eine Kunstschule besuchen würden, gelernt, das Kunst eine bunte Spielwiese ist, auf der es schlummernde Talente zu entdecken gilt. Ein halbes Jahr lang haben sie mit den Kunstdozentinnen Almut von Koenen, Luzia Rosa und Cornelia Koch-Schrimpf das weite Feld der bildenden Kunst erkundet und reichlich Erfahrung gesammelt. Ermöglicht hat das Projekt die Sektion Offenburg-Ortenau, der Organisation "Soroptimist International". 10.000 Euro haben sie für vier Projektphasen mit jeweils zwölf Kindern im Alter von zehn bis zwölf Jahren zur Verfügung gestellt. Angesichts des Erfolgs und der Begeisterung der Kindern, hat Sektionspräsidentin Barbara Bullwinkel bereits zugesagt, das Projekt auch zukünftig finanziell zu unterstützen.

Bullwinkel und ihren Mitstreiterinnen geht es nicht nur um die Förderung kreativer Kompetenzen. Sie haben vor allen die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern im Auge, die gesellschaftlich nicht gerade auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Die Teilnehmer des Projekts besuchen die vierte Klasse von Schulen mit einem hohen Anteil an Migranten und Kindern aus finanziell schlecht gestellten Familien. Sie wurden ausgesucht von den Lehrern und Schulsozialarbeitern der jeweiligen Bildungseinrichtung. Die Astrid-Lindgren-Schule aus dem Osten Offenburgs ist von Anfang an dabei, die Konrad-Adenauer-Schule hat nach den ersten beiden Projektblöcken die Eichendorfschule abgelöst.

Sechs Monate lang wurden die Kinder immer am Donnerstagnachmittag mit dem Sammeltaxi von der Schule abgeholt und in die Kunstschule gefahren. In Gruppen wurde nicht nur die Welt der Kunst entdeckt, es wurden auch wichtige Erfahrungen im Umgang miteinander gesammelt und eine neue Formen der Konfliktbewältigung, des sozialen Miteinanders erprobt. Das Projekt schöpfte dabei immer wieder aus den Ansätzen eines ganzheitlichen Bildungskonzepts, das an der Kunstschule Offenburg seit Jahren konsequent umgesetzt wird.

Die Ergebnisse der drei ersten Blöcke wurden mittlerweile in einer eigenen Broschüre dokumentiert, die Arbeiten des vierten Blocks sind noch bis Donnerstag, 10. April, in der Kunstschule zu sehen. Die Öffnungszeiten sind Montag bis Freitag jeweils von 9.30 bis 18 Uhr.

Kleid für Europa

Offenblatt

„Elle passe“ bietet maßgeschneiderten (Erzähl-)Stoff

 

Bei der deutsch-französischen Freundschaft und ihrer 50-jährigen Geschichte darf die Mode nicht fehlen: Auf Initiative des Clubs Offenburg-Ortenau von Soroptimist International entwickelte die Kunstschule das Projekt „elle passe", um sich mit dem Bild der Frau im 21. Jahrhundert auseinanderzusetzen. Gemeinsam mit der Künstlerin Marie Dréa hatte Veronika Pögel von der Kunstschule die Fäden in der Hand. Die OFFENBLATT Redaktion fragte nach.

18 Frauen, ein Kleid, 18 Geschichten - kann das gutgehen?

Veronika Pögel: Ja! Marie Dréa und ich haben neun Frauen aus der Ortenau und neun Frauen aus dem Elsass gebeten, ein Kleidungsstück aus ihrem privaten Fundus auszuwählen, an dem Erinnerungen und Individualität, Identität und Geschichte hängen. Ein Impuls ging für uns von einer legendär gewordenen Grenzüberschreitung aus: 1770 wurde in Kehl, auf neutralem Gebiet, die 14-jährige österreichische Prinzessin Marie-Antoinette von den Hofmeistern ihres künftigen Gemahls Ludwigs XVI. entkleidet und ausschließlich in französisches Tuch neu eingekleidet: Nichts sollte mehr an ihre Herkunft erinnern. Die Episode verdeutlicht die Symbolkraft von Kleidung.

Wie sind Sie denn konkret vorgegangen?

Pögel: Wir hatten ein gemeinsames Wochenende hier in Offenburg. Unsere Teilnehmerinnen, Frauen zwischen 32 und 78 Jahren, waren hochkonzentriert bei der Sache. Zunächst wurde das mitgebrachte Kleidungsstück fotografiert und dokumentiert.Dann wurden alle Kleidungsstücke ausschließlich als Material behandelt, aufgetrennt, in Einzelteile zerlegt, um etwas Neues entstehen zu lassen. Es entwickelte sich ein guter künstlerischer Prozess. Schließlich entstand ein etwa drei Meter langes Kleid, in das alle Stoffteile integriert wurden. Es blieb nichts übrig.

Was ist zur Vernissage am Dienstag vorgesehen?

Pögel: Das Kleid wird zum ersten Mal in Offenburg zu sehen sein - und zwar im gläsernen Treppenhaus zum Salmensaal. Einen besseren Ort können wir uns nicht vorstellen! Die meisten Teilnehmerinnen werden anwesend sein. Das Projekt lebt davon, dass man ins Gespräch kommt, dazu besteht Gelegenheit. Präsentiert wird die sehr gelungene Publikation „elle passe“, in der auf Französisch und Deutsch alle 18 Kleidungsstücke und ihre Geschichte vorgestellt werden. Finanzielle Unterstützung kam vom Fonds Soziokultur, von der Kulturstiftung und von Soroptimist International.

 Was soll durch das Kleid denn vermittelt werden?

Pögel: Es ist ein berührend schönes Gewand, sehr gelungen, zusammengesetzt aus 18 verschiedenen Stofflichkeiten. Der interkulturelle Dialog wird mit Faden und Nadeln fixiert: Es ist ein Kleid für Europa. Hier findet die individuelle Geschichte ihren Platz, ein Geruch, ein Riss, ein Fleck, ein Datum, eine glückliche Begebenheit oder eine verpasste Möglichkeit. Wirwürden uns daher freuen, wenn das Kleid nach der Ausstellung einen Platz im Europaparlament fände. Um uns und die Politiker daran zu erinnern: Europa stellt mehr da als Wirtschaft und Euro. Wir kommen nur weiter, wenn wir uns nicht nur als Zweckgemeinschaft verstehen. Das, was darüber hinausgeht, ist das, was trägt.

Die Vernissage findet am Dienstag, 1. April, um 19 Uhr im Salmen statt.

 

Offenblatt, 29.März 2014

http://www.offenblatt.de/html/media/dl.html?v=23772

Kinder erschaffen neue Welten

Offenburger Tageblatt

Beim Projekt »Kinder – Kunst – Perspektiven« hatten zwölf Kinder der Astrid-Lindgren- und Konrad-Adenauer-Schule in den vergangenen sechs Monaten die Gelegenheit, in der Kunstschule allerlei Kunst entstehen zu lassen. Am Donnerstag präsentierten sie die Meisterwerke ihren Eltern und anderen Interessierten.

Offenburg. »Nur kurze Zeit nachdem es den Menschen gab, gab es auch die Kunst«, sagt Heinrich Bröckelmann. Der Leiter der Kunstschule begrüßte am Donnerstag Eltern und Interessierte in den Räumen, in denen zwölf Kinder der Astrid-Lindgren- und der Konrad-Adenauer-Schule­ in den vergangenen sechs Monaten »eisige Welten, spannende Weltansichten und interessante Landschaften« entstehen ließen.
Begrüßt wurden die Gäste­ auch von Barbara Bullwinkel.­ Sie ist Präsidentin der Soroptimisten Offenburg, die das Projekt »Kinder – Kunst – Perspektiven« durch ihre Finanzierung erst möglich gemacht haben: »Wir wollen einen Beitrag zur freien Entfaltung der Persönlichkeit der Kinder leisten.« Die Kunst helfe, das Grundprinzip der Soroptimisten, nämlich die Stärkung und die Garantie der Grundrechte der Menschen, umzusetzen. Die Kinder hätten die Möglichkeit, selbst Themen auszuwählen, sich mit sich selbst und anderen kritisch auseinanderzusetzen. Auch für das kommende Jahr haben die Sor­optimisten ihre Beteiligung zugesagt.
Ausgesucht wurden die Kinder von den Sozialpädagoginnen der beiden teilnehmenden Einrichtungen, Ute Pross und Simone Krippl. Die Kinder wurden im letzten halben Jahr einmal pro Woche von ihrer Schule abgeholt, um gemeinsam mit den Dozentinnen der Kunstschule Lucia Rosa, Cornelia Koch-Schrimpf und Almut von Koenen Kunst in jeglicher Form zu generieren.
Die Astrid-Lindgren-Schule­ nimmt bereits zum vierten Mal an dem Programm teil. Ute Pross ist ganz begeistert: »Das Programm passt toll in unser Konzept. Hier kann auch einiges geleistet werden, das in der Schule nicht möglich ist.« Den Kindern habe das eine Menge Spaß bereitet, sie seien immer mit viel Freude an die Schule­ zurückgekehrt. Im nächsten Jahr ist die Astrid-Lindgren-Schule wieder mit an Bord.

Für Almut von Koenen, die  nach eigenen Angaben mit den Kindern auch den ein oder anderen Streit ausfechten musste, gebe es »nichts Schöneres, als das Vertrauen der Kinder«, das sie in der ganzen Zeit spüren durfte. »Die Kinder haben alles, was sie bewegt hat, in die Kunst miteinfließen lassen.«

Unter den zwölf kleinen Künstlern gab es viele unterschiedliche Nationalitäten. »Das spielt hier aber keine Rolle. Für die Erwachsenen ist das viel mehr ein Thema als für die Kleinen«, sagt von Koenen. Das Programm gebe gerade den Kindern die Möglichkeit, in Kontakt mit Kunst zu kommen, die dies aus finanziellen oder anderen Gründen sonst nicht machen könnten.
Bis Ostern können Besucher die Kunstwerke unter der Woche von 9.30 bis 18 Uhr in der Kunstschule besichtigen.

© Ulrich Marx

»La Robe« beim internationalen Frauentag auf der Passerelle präsentiert

Lahrer Zeitung

Gäste von beiden Seiten des Rheins waren bei der grenzüberschreitenden Feier anlässlich des internationalen Frauentags dabei. Dabei wurde auf der Passerelle das Ergebnis des Kunstprojekts »La Robe« präsentiert.

 

Straßburg/Kehl (ula). Bei strahlendem Sonnenschein ist der internationalen Frauentag auf der Passerelle zwischen Kehl und Straßburg gefeiert worden. Mehrere Hundert Zuschauer begleiteten die Präsentation von »La Robe«, ein Kunstprojekt vom Service- Club Soroptimist (SI) Offenburg- Ortenau und der Kunstschule Offenburg. Für das Projekt trafen sich 18 Frauen verschiedenen Alters und unterschiedlicher Berufe. In der Begrüßung beschrieb Barbara Bullwinkel von SI das binationale Projekt und seine Entstehungsgeschichte. Jede Teilnehmerin brachte dazu ein Kleidungsstück, zu dem sie eine persönliche Geschichte zu erzählen wusste, in die Offenburger Kunstschule mit. Daraus entstand dann das gemeinsam geschaffene überdimensional großen Kleid »La Robe«. Die Wahl des Veranstaltungsorts auf der Passerelle zwischen Kehl und Straßburg soll an Marie-Antoinette erinnern, die 1770 im Alter von 14 Jahren an Ludwig XV. verheiratet wurde. Sie musste sich vor dem Grenzübertritt auf einer Rheininsel bei Straßburg vollständig entkleiden und erhielt beim Übertritt von Deutschland nach Frankreich neue französische Kleider. Veronika Pögel, Projektleiterin der Kunstschule Offenburg, präsentierte die projektbegleitende Publikation zu »La Robe«. Darin ist der Werdegang des Projektes fotografisch in deutscher und französischer Sprache dokumentiert. Als Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Offenburg gab Regina Geppert einen Überblick über die historischen Meilensteine in der Entwicklung der Frauenrechte. Das Kunstwerk wird möglicherweise einen dauerhaften Platz im Europaparlament in Straßburg bekommen, hieß es in einer Mitteilung.

 


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