In den Schuhen einer Frau

Kehler Zeitung

Noch bis zum 31. März läuft die Schuhausstellung der Soroptimistinnen in der Kehler Innenstadt. Frauen erzählen, welche Erinnerungen sie mit einem speziellen Paar Schuhe verbinden.

Kehl. Mit Gummistiefeln auf Fledermausjagd, mit Sneakers auf der Flucht, in Wanderklamotten über die Alpen: Wer gerade aufmerksam durch die Innenstadt läuft, kann in vielen Schaufenstern kleine Geschichten entdecken − lustige, mutige, berührende Geschichten von ganz unterschiedlichen Frauen. Der Club Soroptimist International Offenburg-Ortenau hat anlässlich des Internationalen Frauentags eine Ausstellung initiiert, in der anhand eines Schuhs ein ganz persönliches Schicksal, ein Ereignis oder auch nur eine kleine Begebenheit erzählt wird. „Wir haben dazu verschiedene Leute in unserem Netzwerk angesprochen“, erklärt Club-Präsidentin Ann-Margret Amui-Vedel. Über das Integrationsmanagement der Stadt erhielten sie auch Kontakt zu geflüchteten Frauen, andere meldeten sich spontan, um ihre Geschichte zu erzählen.

Frau E. verbindet mit ihren Schuhen den Balkan-Krieg, die wochenlange Flucht und die Angst um das eigene Leben – und das schwierige Fuß fassen in Deutschland, die seelischen Narben, die geblieben sind, aber auch das Glück, in einer freien Gesellschaft zu leben.

Liebe, die begleitet

Frau M., die aus Georgien nach Deutschland kam, erinnern ihre Schuhe an einen Nachbarn, der ein Schuhgeschäft besaß und immer zu Schuljahresbeginn die Nachbarskinder mit guten ausländischen Schuhen versorgte, und den Zusammenhalt der Bewohner ihres Gebäudekomplexes. „Glück ist, wo man füreinander da ist“, schreibt sie dazu. „Auf den ersten Blick sind es nur Schuhe. Doch eigentlich bedeuten sie mir Liebe und Wärme, die mich ein ganzes Leben lang begleiten.“ Die Syrerin Khadja zeigt den Stiefel, den sie bei ihrer Scheidung trug. Er steht für die bewegende Geschichte ihrer Flucht, für den Ehemann, der ihr das Leben zur Hölle machte und ihr die Kinder entfremdete – und für ihren Mut und die Freiheit, sich scheiden lassen zu können in der neuen Heimat, in der Frauen Nein sagen können.

Da stehen die ersten vom eigenen Geld gekauften Lieblingstreter, teure Pumps, die an die geliebte Schwester erinnern, Schuhe, die eine heimliche Hochzeit miterlebt haben und Espadrilles, die für die Leichtigkeit der Jugend und die „Hippiezeit“ der 70er-Jahre stehen. Nicht zuletzt sind da die Sneakers der französischen Altenpflegerin Nadine zu sehen, die in der Anfangszeit der Pandemie während der Ausgangssperre in der menschenleeren Stadt unterwegs war, um bettlägerige Personen zu versorgen, und weder Handschuhe noch Desinfektionsmittel hatte. Sie berichtet von der Angst vor dem Virus, der Angst, ihre Patienten oder ihre Familie anzustecken und der Einsamkeit ihrer Patienten, für die sie lange Zeit der einzige Außenkontakt war.

Schicksale entdecken

Die Soroptimistinnen laden dazu ein, die Schuhe und die dahinterstehenden Schicksale und Geschichten bei einem Spaziergang durch die Stadt zu entdecken. Dabei sind die teilnehmenden Geschäfte nicht nur auf die Fußgängerzone begrenzt: In der Hauptstraße beginnt es beim Sozialkaufhaus „Stoff-Wechsel“ und geht bis fast zum Bahnhof. Auch in den Nebenstraßen der City, so in der Rhein- und der Blumenstraße, sind Schuhe zu sehen.

Schuhausstellung

In den Schaufenstern dieser Geschäfte ist die Ausstellung der Soroptimistinnen noch bis zum Donnerstag, 31. März zu sehen:

Fußgängerzone: Juwelier Krämer, Bonita, La Femme Boutique, Hammel Schuhe, La Papeterie, Rohan Apotheke, Intersport Hahn, Juwelier Lehmann, Derpart Reisebüro, Optik und Juwelier Thüm, Stadtapotheke und Barho Schuhe

Untere Hauptstraße: Buchhandlung Baumgärtner, Post-Apotheke, Schilder-Laden Grampp, Brautmoden Di‘ Lara und Stoffwechsel

Nebenstraßen: Brautgalerie, Touristinfo Kehl, Eindruck, Stoffladen und Farben Max

AutorIn: Nina Saam

Schuhe erzählen Frauenlebenswege

Badische Zeitung

Soroptimist Offenburg-Ortenau und zahlreiche Einzelhandelsgeschäfte präsentieren die Ausstellung "In den Schuhen einer Frau".

. Immer noch unter Schock angesichts des Leidens in der Ukraine, äußern die meisten Frauen, denen die BZ auf dem Gang am Weltfrauentag durch die Offenburger Innenstadt begegnet, zuerst den Wunsch nach Frieden, bevor sie sich über Frauenfragen äußern wollen. "Auf beiden Seiten sind Mütter, mit denen ich mitfühle", sagt die Inhaberin der Parfümerie Weber, Sabine Spörle. Sie beteiligt sich an der vom Club Soroptimist (SI) Offenburg-Ortenau organisierten Aktion "In den Schuhen einer Frau".

Der in ihrem Schaufenster ausgestellte ausgetretene Sportschuh stammt von Nadine, mobile Altenpflegerin. Diesen Schuh trug sie am 13. März 2020, als die Pandemie alle in Schrecken versetzte, sie aber ihre eigene Angst überwinden musste, um einer alten Frau Trost und Sicherheit zu geben. Wenige Schritte weiter hat Lisbeth Köhninger (63) im Schaufenster von "Schokolade & Wein" einem Hochzeitsschuh Herberge gegeben, den eine Frau stolz präsentiert, als Symbol ihrer Liebe zu einer anderen Frau. Köhninger äußert sich bewundernd über Außenministerin Annalena Baerbock: "Sie ist ein Vorbild. Sie ist klug, behält kühlen Kopf, ist verantwortungsbewusst, hat das Herz auf dem rechten Fleck und redet Klartext. Solche Frauen brauchen wir."

Schuh erzählt von Scheidung nach geglückter Flucht

Nebenan, im Outdoor-Laden Wolfszeit, hat Filialleiterin Petra Fritz (52 ) die bewegende Geschichte der Syrerin Khadja ausgestellt, deren Schuh an ihre Scheidung erinnert, nach gelungener Flucht nach Kehl, weil der traditionell eingestellte Ehemann mit ihrem Ausbrechen aus der Rolle nicht umgehen konnte. "Ich verstehe einfach nicht, warum wir Frauen in Deutschland so viel weniger verdienen als die Männer," sagt Petra Fritz (52).

Vom Stolz einer Umweltingenieurin aus Französisch-Guyana erzählt ein Schnürschuh im Schaufenster von "Hobby und Kunst", den Maggie getragen hat, als sie auf dem Werksgelände arbeitete, wo die Rakete Ariane 5 gebaut wurde, die sie voller Hochachtung beim Vorbeigehen in der Halle immer berührt habe. Für Filialleiterin Alexandra Boschert (51) ist klar, dass Frauensolidarität wichtig ist.

Auf der anderen Straßenseite steht die 83-jährige Inge Reuter, Inhaberin des Dessous-Ladens, hinterm Tresen. Sie habe vorwiegend Frauen als Kundinnen gehabt. "Frauen sind toll, brauchen aber mehr Selbstbewusstsein. Diese ständige Sorge, ob man schön genug ist, das ist so unnötig. Wir sollten uns selbst mögen und lebendig sein, dann sind wir auch schön". Die perlenverzierte Sandale einer Frau namens Christiane im Schaufenster spiegelt diesen Aspekt des Frauseins auf selbstironische Weise. Wie eine Elster fahre sie auf Glitzerndes ab, sagt Inge Reuter, und bezeichnet sich selbst in ihrem Kaufverhalten als "unbelehrbar".

Ganz anders "Else", eine hundertjährige Offenburger Krankenschwester, deren uralter Gesundheitsschuh bei der Goldschmiedin Andrea Kuhn zu sehen ist. Er steht für ein Leben im Dienste anderer, als Rotkreuzschwester im Lazarett, später im Krankenhaus, dann als Hausschneiderin für die gehobene Gesellschaft. Ihr Lebensmotto: "Ich bin zufrieden."

Das Gegenmodell dazu ist die Geschichte von Robyn aus Australien, heute in Kehl zuhause. Ihr Schnürschuh im Fenster von Schuhhaus Epperlein begleitete die Globetrotterin auf allen Reisen. Ihr Motto: "Hört nicht auf zu träumen und lasst eure Träume wahr werden."

Ein spannender Spaziergang durch die vielfältigen typischen und untypischen Geschichten der Frauen dieser Welt, zu sehen bis Ende des Monats.

Schuhe Geschichten

Hier gibt es die Schuhe und ihre Geschichten:
Hobbykunst, Hauptstraße 85
Doro Moden, Hauptstraße 91
Wolfszeit, Hauptstraße 81
Schokolade und Wein, Hauptstr. 75
Dessous Reuter, Hauptstraße 92
Andrea Kuhn, Goldschmiedekunst, Glaserstraße 12
Parfümerie Weber, Hauptstraße 53
Schuh Epperlein, Hauptstraße 76
Schuh Schäfer, Hauptstraße 64
Friseur Erdem, Lange Straße 34
Freigeist, Marktplatz 19


Termine: 

10. März, Film und Filmgespräch: Woman, VHS Offenburg, 19 Uhr
12. März, Demonstration: FEMINIS-MUSS – Auf zum Internationalen Frauentag! Frauen auf dem Weg! Treffpunkt ZOB, 14 Uhr
13. März, Gespräche: Feminismus Treffen, Jugendbüro, 14 Uhr
22. März Begegnungsplattform, Land & Frau, WG Zell-Weierbach, 19 Uhr
26. März, Workshop: Königin und wilde Frau – Lebe, was Du bist! Evangelisches Gemeindehaus,10 Uhr
29. März, Dear Future Children, Forum Kino, 19.30 Uhr

AutorIn: Susanne Kerkovius

Flashmob für Frauenrechte

Kehler Zeitung

Schuhausstellung, Beratungsstände und Flashmob: Zum Internationalen Frauentag am 8. März war in der Stadt einiges geboten. Organisiert wurde der Tag von der Kehler Frauen-AG.

Kehl. Die drei blauen Pavillons auf dem Wochenmarkt waren kaum zu übersehen: Dort stellten das Frauen- und Familienzentrum, die Gemeinwesenarbeit Kreuzmatt, der Verein Frauen helfen Frauen, das Diakonische Werk und die psychologische Beratungsstelle des Ortenaukreises ihre Beratungs- und Bildungsangebote für Frauen und Familien vor. Vorbeilaufende Marktbesucherinnen bekamen Schokoherzen und Tulpen geschenkt und wurden auf die Stände aufmerksam gemacht.

Die Koordination der verschiedenen Stände hat Juliane Peter, auch Leiterin des Frauen- und Familienzentrums, übernommen. „Unser Ziel ist es, die verschiedenen Organisationen miteinander zu vernetzen und den Besucherinnen des Wochenmarktes die Angebote für Kehler Frauen und Familien näherzubringen. Zudem gibt es die Möglichkeit selber aktiv zu werden, zum Beispiel in der Kehler FrauenAG“, erklärt sie.

Bereits im Vorfeld des Weltfrauentages hatte Stefanie Studer von der Gemeinwesenarbeit Kreuzmatt Frauen aus dem Quartier aufgerufen, ein Zeichen für Frauenrechte und Gleichberechtigung zu setzen, indem sie sich mit einer Papierrose ablichten ließen. Auf dem Marktplatz drückte Stefanie Studer auf den Auslöser ihres Smartphones und machte weitere Porträts.

Auch der SoroptimistinnenClub Offenburg-Ortenau war mit einem eigenen Stand vertreten. Der Frauenverein hatte sich etwas Besonderes überlegt: Eine Schuhausstellung in den Einzelhandelsgeschäften der Innenstadt. Die Idee dahinter: Zu ihren Schuhen hatten die Besitzerinnen eine persönliche Geschichte niedergeschrieben. „Die Ausstellung soll zeigen, dass jede Frau vor andere Herausforderungen gestellt wird. Das können krasse Schicksale sein, wie die Schuhe einer Frau, die aus dem Kosovo geflüchtet ist, oder einfach die Schuhe einer Krankenschwester, die sie während der Corona-Krise bei der Arbeit getragen hat“, erzählt Ariane Birkenmeier-Berl, Sprecherin des Vereins.

Schuhe und Geschichten

Zu den Ausstellerinnen gehört auch Jannate Hammerstein von der städtischen Kriminal- und Gewaltprävention. Auch sie hat eines ihrer Schuhwerke in ein Schaufenster gestellt. „Mir liegt es sehr am Herzen, diese Aktion zu unterstützen“, sagt sie. Frauen aus Kehl sowie Kolleginnen aus vielen Bereichen hätten sich ebenfalls an der Aktion beteiligt. Einige Ausstellerinnen mit Fluchterfahrung wurden von den städtischen Integrationsmanagerinnen vermittelt. Vier der insgesamt 21 Geschichten handeln von Flucht, erzählt von Frauen mit eindrücklichen Biografien. Noch bis zum 31. März werden die Schuhe und Geschichten in Kehler Geschäften ausgestellt.

Um 17 Uhr versammelten sich dann noch mehrere Dutzend Frauen und Kinder zum Flashmob „Break the Chains!“. Unter Anleitung von Gabriele Verreman von der Kehler Turnerschaft demonstrierten sie bei einem Flashmob für Gleichberechtigung und das Ende der Gewalt gegen Frauen und Mädchen.

AutorIn: Redaktion Kehler Zeitung

"In den Schuhen einer Frau..."

Badische Zeitung

Ausstellung zum Frauentag.

Offenburg (BZ). Der Internationale Frauentag rückt näher. Auch in Offenburg läuft einiges rund um den 8. März. Nicht nur für Verena Schickle handelt es sich um ein wichtiges Datum: "Denn eine geschlechtergerechte Gesellschaft ist noch lange nicht erreicht", erklärt die städtische Gleichstellungsbeauftragte.

Für mehr Gleichberechtigung seien alle gefragt: Politik, Gesellschaft und jeder und jede Einzelne. Die Veranstaltungen zum Internationalen Frauentag ermöglichten sowohl Einblick in die Historie als auch Impulse, um den Blick für Geschlechtergerechtigkeit und Chancengleichheit zu schärfen und zu weiten: Mit "Die Unbeugsamen" und "Paula Thiede" wird auf das politische und gewerkschaftliche Engagement von Frauen im 19. und 20. Jahrhundert geschaut.

Die Ausstellung "In den Schuhen einer Frau..." gibt biografische Einblicke in das Leben von Frauen aus dem Ortenaukreis, im Film "Woman" begegnen die Zuschauer*innen 2000 Frauen aus 50 Ländern auf allen Kontinenten. Weibliche Facetten sollen im Workshop "Königin und wilde Frau" beleuchtet werden. Beim "Feminismus Treffen" und der Begegnungsplattform mit dem Landfrauenverein Offenburg-Land sollen Inhalte bewegt und Kontakte geknüpft werden.

Die Demonstration "Frauen auf dem Weg!" erhebt die Stimme für eine geschlechtergerechte Ortenau, der Film "Dear Future Children" begleitet weltweit Aktivistinnen, die sich für die nächste Generation einsetzen. Die Veranstaltungen finden als Kooperationen der 24 Mitglieder des Frauennetzwerks Offenburg sowie in Zusammenarbeit mit VHS Offenburg, Jugendbüro, Forum Kino und weiteren Partnern statt.

AutorIn: BZ-Redaktion
 

Schnellster Mensch der Welt

Kehler Zeitung

Kehler Kindern beim Lernen der deutschen Sprache zu helfen, ist Ziel des Projekts „Lücken schließen“ des Clubs Soroptimist. Nun findet ein theaterpädagogisches Projekt seinen Abschluss.

Kehl. Sprache ist der Schlüssel zu gesellschaftlicher Integration: Mit dem Projekt „Lücken schließen“ hat der Club Soroptimist Offenburg-Ortenau in Kehl im vergangenen Jahr Schüler unterstützt, die unter den coronabedingten Schließungen der Schulen am meisten zu leiden hatten. Migrantenkinder und solche mit Fluchterfahrung profitierten von den kostenlosen Nachhilfestunden, die im Gemeindezentrum St. Nepomuk stattfanden. Nach den Sommerferien war wieder Präsenzunterricht angesagt – und die Soroptimistinnen legten das Projekt „Lücken schließen Plus“ auf.

„Wir wollten etwas anderes machen als reine Nachhilfe, weil die Schule ja wieder funktioniert“, berichtet Programmdirektorin Francoise Lenotre. So wurde das Deutsch- und Theaterprojekt „Wortspiel“ ins Leben gerufen, bei dem Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren spielerisch mit der Sprache umgehen und im Spiel ganz selbstverständlich erlernen.

Überwinden von Hürden

„Am Anfang war das schon sehr herausfordernd“, sagt die Berliner Schauspielerin und Theaterpädagogin Henrietta Teipel, die schon mehrfach mit Jugendlichen zusammengearbeitet hat und mittlerweile in Kehl lebt. „Ein sehr heterogenes Alter, unterschiedliche Herkunftssprachen und Bildungshorizonte und zum Teil Eltern, die das Projekt nicht ernst genommen haben.“ Dazu kam Corona – mehrfach mussten die Treffen ausfallen, da sich immer jemand das Virus eingefangen hatte. Geblieben sind vier Kinder mit türkischem Migrationshintergrund, ein Junge aus Thailand und ein Mädchen aus Kamerun. Manche waren schon beim Vorgängerprojekt dabei, manche kamen auf Empfehlung eines Lehrers dazu. „Man sieht bei allen eine deutliche Verbesserung, sie haben sich nicht nur im Umgang mit der Sprache verbessert, sondern sind auch viel offener geworden und als Gruppe zusammengewachsen“, lobt Henrietta Teipel. Vor allem aber hätten sie gelernt, über sich selbst zu sprechen, ihre Meinung und ihre Bedürfnisse auszudrücken. „Ich arbeite eigentlich mit klassischen theaterpädagogischen Elementen und versuche, sie auf die Sprache umzumünzen“, sagt Teipel. Spielerisch wurde mit Wörtern und Texten gearbeitet, eigene Gedanken formuliert und Gedichte geschrieben.

Träume der Kinder

In der letzten Stunde hatten die Kinder über ihre Träume gesprochen: Marylene will Ballerina werden, Tonkao wünscht sich bessere Augen, und Erhan möchte der schnellste Mensch der Welt sein. Zum Abschluss des Projekts dürfen die Jungen und Mädchen nun in kleinen Szenen, die sie in drei Wochen ihren Eltern vorführen wollen, ihre Träume spielen. Erst sollen sie sich einen Plot ausdenken und den anderen Kindern die Szene vorspielen, dann fragt Henrietta Teipel die kleinen Zuschauer, was sie gesehen haben. Anschließend werden die Szenen überarbeitet.

Auch wenn hin und wieder Quatsch gemacht und es auch schon mal ziemlich laut wird, so sind doch alle mit Begeisterung dabei. Die Sprache scheint kein Problem zu sein. Francoise Lenotre freut sich über den Erfolg des vom Förderverein des Clubs finanzierten Projekts. „Die Kinder haben alle ihre Baustellen mitgebracht“, sagt sie. „Ein Mädchen saß anfangs nur weinend in der Ecke – und nun tanzt und lacht sie und ist eine der eifrigsten Teilnehmerinnen.“

Das auf sechs Monate angelegte Projekt läuft nun aus. Um das Programm fortsetzen oder ein neues auflegen zu können, freut sich der Förderverein über Spenden. Auf Wunsch wird eine Spendenbescheinigung ausgestellt.

STICHWORT

Spendenkonto für den Förderverein Soroptimist International Offenburg-Ortenau e.V. IBAN:

DE916645 00500004891687

Verwendungszweck: Programm „Lücken schließen“ 

AutorIn: Nina Saam

Schuhe erzählen Geschichten

Kehler Zeitung

Schuh-Ausstellung der Soroptimistinnen zum Weltfrauentag

Kehl (nsa). „Gib einem Mädchen das richtige Paar Schuhe und sie kann die ganze Welt erobern“, sagte einst Marilyn Monroe; der DiplomPsychologe Michael Thiel ist der Meinung, dass sich Frauen mit Schuhen „ganze Gefühlswelten und Träume kaufen“. Wem kommen da nicht hohe Stöckelschuhe oder edle Cowboystiefel in den Sinn? Doch Schuhe sind viel mehr als nur ein Modeaccessoire – manche Trägerinnen gingen in ihren Schuhen viel weiter, als sie es selbst für möglich hielten, suchten neue Wege und fanden Auswege, wo sie keiner vermutete. Mit und in ihren Schuhen erlebten Frauen Alltägliches, Beeindruckendes, Tragisches, Lustiges oder Romantisches oder etwas besonders Prägendes und Einschneidendes. Der Club Soroptimist Offenburg-Ortenau möchte zum Weltfrauentag in den Schaufenstern der Stadt diese Geschichten in einer „biografischen Schuh-Ausstellung“ erzählen.

„Wir möchten Frauen sprechen lassen durch das, was ihnen so oft als Laster nachgesagt wird: ihre Schuhe“, sagt Club-Präsidentin Ann-Margret Amui-Vedel. Vom 8. bis 31. März werden in den Auslagen der teilnehmenden Einzelhändler Schuhe und die persönlichen Geschichten ihrer Besitzerinnen zu sehen sein: Die Feuerwehrfrau, die in ihren Stiefeln gelernt hat, was es heißt, Tag und Nacht für andere da zu sein; die Geflüchtete, die mit ihren zerschlissenen Tretern den Balkankrieg, die wochenlange Flucht und das schwierige Fußfassen in Deutschland verbindet; oder die Frau, die sich von ihrem ersten Lohn rosa Chucks gekauft hat – und darin ihren zukünftigen Mann kennengelernt hat.

Weitere Schuhe gesucht

Die Soroptimistinnen möchten mit all diesen unterschiedlichen Schuhen die Vielfältigkeit der Frauen, ihre Erlebnisse und Schicksale zeigen. Weitere Schuhe und die dahinterstehenden Geschichten sind willkommen. Wer mitmachen möchte, kann sich noch bis zum 5. März bei Jannate Hammerstein melden. Die Teilnehmerinnen dürfen anonym bleiben, die Schuhe gehen natürlich nach der Ausstellung wieder zurück an ihre Besitzerinnen. Kontakt und Infos bei

jannate.hammerstein[at]yahoo.de

AutorIn: Nina Saam


YouTubeFacebookTwitterInstagramPodcast
Top