Offenburg: Soroptimistinnen feiern 50 Jahre – Demokratie im Fokus

Baden Online

Seit 50 Jahren gibt es die Soroptimistinnen Offenburg-Ortenau. Die Jubiläumsfeier stand im Zeichen von Demokratie und Teilhabe. Diese Werte bestimmten auch den neuen Nachwuchspreis.

Von Natalie Bergen

 

 

Soroptimist International Offenburg-Ortenau feiert 50 Jahre Kampf für Frauenrechte, -bildung, -sicherheit

Badische Zeitung

Offenburg. Ein halbes Jahrhundert für Frauenrechte, -bildung und -sicherheit. Das Jubiläum des Soroptimist International (SI) Clubs Offenburg-Ortenau wurde am Samstag gefeiert und herausragende junge Frauen ausgezeichnet.

Von Barbara Puppe

Soroptimist International ist eine weltweit tätige Organisation berufstätiger Frauen, entstanden 1921 in Kalifornien aus der Idee heraus, berufstätigen Frauen eine eigene Stimme, ein Netzwerk und Möglichkeiten zum gesellschaftlichen Engagement zu geben. Bereits 1924 entstanden Clubs in London und Paris.

Bis heute steht der Name Soroptimist für Frauen, die ihre Kompetenz, ihre Haltung und ihre Menschlichkeit einsetzen, um das Leben von Frauen und Mädchen weltweit zu verbessern. Auch der Club Offenburg-Ortenau mit aktuell 22 Frauen zwischen 30 und 94 Jahren, unterstützt sie seit 50 Jahren mit dem Ziel, deren Rechte zu stärken, ihnen Bildung, Chancen, Sicherheit und Stimme zu geben.

Zum Jubiläum wurde der Einsatz von Frauen groß gefeiert. Das Musiktrio "Résonance féminine" aus Straßburg begleitete die Feier am Samstag im Offenburger Hotel Mercure mit Musik von Komponistinnen, ein Gallery-Walk präsentierte Projekte der letzten 50 Jahre. Angereist waren Mitstreiterinnen des Sister Clubs Straßburg und Langenthal (Schweiz), sowie Susanne Bolduan, Präsidentin des SI Clubs Deutschland.

Heike Thiele, Botschafterin der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland beim Europarat, beleuchtete in einem Referat mit Podiumsdiskussion die demokratische Situation in Europa. Thema: "Gleichberechtigt. Engagiert. Demokratisch". Auch wurde erstmals der Ortenauer SI Award verliehen an die Schülerinnen Clara Echte und Madita Kühnel vom Marta-Schanzenbach-Gymnasium Gengenbach. Sie hatten unter anderem einen Live-Faktencheck bei einer Podiumsdiskussion mit Landtagskandidaten organisiert.

"Dieses Jubiläum ist ein Moment des Dankes, des Stolzes und der Freude über das, was entstanden ist und weiterlebt", sagte die aktuelle Präsidentin von SI Offenburg-Ortenau Maren Hahn. Sie würdigte Martina Niemeyer als Frau der ersten Stunde, die den Soroptimisten immer treu geblieben sei, auch über persönliche, berufliche und familiäre Veränderungen hinweg. Wie die Offenburger Ärztin am Rande der Veranstaltung erzählt, habe sie zunächst 20 Jahre in der Praxis ihres Ehemannes gearbeitet und nach einigen Weiterbildungen dann ihre eigene Praxis eröffnet. So wurde sie die erste praktische Ärztin mit Zusatzbezeichnung "Psychotherapie und Entspannungsverfahren" mit Kassenzulassung im Land.

"Unsere ersten 50 Jahre haben in der Region Spuren hinterlassen", blickte Hahn zurück. Beispiele waren: "Rosenstraße 8a" – eine Ausstellung zu häuslicher Gewalt, das Projekt "Sprache, Macht, Persönlichkeit", das Frauen durch Sprachtraining Selbstbewusstsein, den beruflichen Einstieg und selbstbestimmtes Leben ermöglicht, oder etwa die Förderung von demokratischem Engagement junger Menschen.

Offenburgs Bürgermeistern Hans-Peter Kopp würdigte das große ehrenamtliche Engagement. Das Gute, das in der Gesellschaft geleistet würde, stünde oft zu wenig im Mittelpunkt. "Sie dürfen stolz darauf sein, was Sie bewirkt haben mit unermüdlichem Einsatz. Sie schaffen Perspektiven, machen unsere Welt ein Stück weit freundlicher", betonte er und verwies auch auf zahlreiche Projekte in Kooperation mit der Stadt, etwa mit der Gleichstellungsbeauftragten. Auch ihn treibe das Thema Demokratie in diesen Zeiten um, zumal hier in der Freiheitsstadt der erste Grund- und Menschenrechtskatalog der deutschen Geschichte öffentlich formuliert worden sei.

"Nur mit Demokratie können Frauenrechte, die auch Menschenrechte sind, ausgebaut und berücksichtigt werden", bekräftigte auch Susanne Bolduan, Präsidentin des SI Clubs Deutschland. Gerade in der heutigen Zeit, wo Rechtsextremes zunehme, sei eine klare Stimme für Demokratie und Frauenrechte eine Notwendigkeit. Und weiter: "Jede Stunde eures Engagements war ein Baustein für eine bessere Gesellschaft. Dieses Jubiläum ist der Startschuss für die nächsten 50 Jahre."

 


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